Evaluation des Patenschaftsprojekts 2021

Die Schulnoten der Patenkinder haben sich verbessert

Schülerpaten Berlin überprüft regelmäßig die Wirkung des Projekts und die Zufriedenheit der teilnehmenden Pat*innen und Patenkinder durch anonyme Umfragen. 2021 nahmen 70 Pat*innen und 42 Patenkinder an unserer Befragung teil. Wir sind sehr dankbar, dass so viele Teilnehmende sich die Zeit genommen haben, uns wertvolles Feedback zu geben!

 

Zufriedenheit im Projekt

Die Rückmeldungen zu unserer Arbeit fielen sehr positiv aus. 100 Prozent der Patenkinder sind mit ihrer Patenschaft zufrieden und würden uns weiterempfehlen. Sie wissen die Unterstützung, die sie durch ihre Pat*innen bekommen, sehr zu schätzen: “Ich kann ihn immer anschreiben und bekomme immer Hilfe und er kümmert sich auch gut um mich”

Bei den Pat*innen sind 97 Prozent zufrieden mit uns und 99 Prozent würden uns weiterempfehlen. Die Pat*innen sind vom Konzept überzeugt und haben Freude an ihrem Ehrenamt: „Ich bin absolut begeistert von Schülerpaten und finde die Initiative unglaublich wertvoll. Die Erfahrungen, die ich mit meinem Patenkind (und der Familie) mache sind für mich unfassbar bereichernd und ich freue mich sehr, wenn ich mein Patenkind unterstützen kann.“

Die Pat*innen war zufrieden mit ihrem Ehrenamt

Wirkungen für die Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen

Die Umfrage zeigt außerdem, dass Schülerpaten Berlin wirkt! Das wichtigste Ziel von Schülerpaten Berlin ist die Stärkung von Schüler*innen mit Migrationshintergrund. Deswegen freuen wir uns sehr, dass 100 Prozent der befragten Patenkinder angaben an, dass sich ihre Noten durch die Patenschaft verbessert haben. Die befragten Pat*innen sahen diese Entwicklungen etwas kritischer und gaben zu 84 Prozent an, dass sich die schulischen Leistungen ihres Patenkindes verbessert haben. Die unterschiedlichen Zahlen könnten auch darauf zurückzuführen sein, dass die Zahl der an der Befragung teilnehmenden Pat*innen größer war als die der Patenkinder und sich in den Antworten der Pat*innen daher die Leistungen eines größeren Teils der Patenkinder widerspiegeln. 

Besonders wichtig ist uns auch die Stärkung der Bildungsmotivation der Kinder, denn diese Wirkung geht über die gemeinsame Zeit mit dem Paten oder der Patin hinaus. 100 Prozent der Patenkinder gaben an, dass sie sich auf die wöchentlichen Treffen freuen. Die Patenschaft und das gemeinsame Lernen werden als positiv erlebt und so wächst auch die Freude am Lernen insgesamt wieder: 70 Prozent der Pat*innen gaben an, dass die Lust am Lernen bei ihren Patenkindern im Verlauf der Patenschaft zunimmt. Das beeinflusst auch die Einstellung der Kinder und Jugendlichen zur Schule: 98 Prozent gaben an, dass es ihnen seit Beginn der Patenschaft mehr Spaß mache, zur Schule zu gehen. 

Die Schulkinder gewinnen an Selbstvertrauen

Die Patenschaften stärken außerdem das Selbstvertrauen der Patenkinder und den Glauben an das eigene Können. 77 Prozent der Pat*innen sind der Meinung, dass ihr Patenkind im Verlauf der Patenschaft mehr Selbstvertrauen entwickelt hat. 100 Prozent der Kinder gaben an, dass sie im Verlauf der Patenschaft gemerkt haben, dass es einige Dinge gibt, in denen sie schon ziemlich gut sind. Ein*e Pate*in schildert beispielhaft, wie dieses gewonnene Selbstvertrauen den Lebensweg positiv beeinflussen kann: “Was für mich auch ein sehr schöner Moment war, war, als mein Patenkind seinen Traumberuf mit mir geteilt hat. Ganz lange hatte sie nämlich keinen, weil sie immer meinte, sie wisse nicht, was sie gut könne. Dass sie irgendwann einen Traumberuf hatte, hat für mich gezeigt, dass sie mehr und mehr eigene Stärken und Eigenschaften erkannt hat und gemerkt hat, dass da doch eine ganze Menge ist, was sie gut kann.”

 

Wirkungen für die Zielgruppe der Pat*innen

Schülerpaten Berlin möchte nicht nur die Bildungschancen benachteiligter Kinder verbessern, sondern auch Brücken bauen. In einer sich immer weiter polarisierenden Gesellschaft kommen Menschen unterschiedlicher soziokultureller Herkunft immer seltener zusammen. Schülerpaten schafft Gelegenheiten für solche Begegnungen. 55 Prozent unserer Pat*innen haben durch Schülerpaten Berlin das erste Mal engeren Kontakt zu Menschen aus dem arabischen Kulturraum gehabt. 64 Prozent der Pat*innen hatten durch ihre Patenschaft zudem das erste Mal engeren Kontakt zu Menschen, die Sozialhilfe beziehen. 

Mehr Verständnis bei den Pat*innen für Menschen anderer Herkunft

Diese Begegnungen erhöhen das Verständnis füreinander! Bei fast allen Pat*innen (83 Prozent) führte dieser Austausch dazu, dass sie ihr Verständnis für Menschen anderer kultureller Herkunft ausbauen konnten. 77 Prozent nahmen zudem eine positive Veränderung in ihrem Verständnis gegenüber Menschen, die Sozialhilfe beziehen, wahr. Die Patenschaften tragen somit auch zu einer Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts bei. 93 Prozent der Pat*innen möchten sich daher auch in Zukunft in unserer Gesellschaft füreinander einsetzen. 

Natürlich geht die Wirkung der Patenschaften noch weit über die von uns erfassten Punkte hinaus. Manche Pat*innen berichten etwa davon, dass im Rahmen der Patenschaft ein Praktikums- oder Ausbildungsplatz gefunden wurde oder dass die Patenkinder soziales und politisches Bewusstsein entwickelten. Jede unserer Patenschaften ist einzigartig und ihre Wirkung richtet sich nach den Bedürfnissen der Teilnehmenden. Eine einzelne Patenschaft tangiert zwar jeweils nur wenige Menschen, aber in Anbetracht der insgesamt über 1000 von Schülerpaten Berlin im letzten Jahrzehnt vermittelten Patenschaften ist das schon eine ganze Menge!