Pat*innen-Workshop “Didaktische Grundprinzipien”

Am ersten Augustwochenende fand unsere erste Präsenzveranstaltung nach der Corona-Pause statt. Unter Wahrung der Abstandsregeln und Hygienevorschriften konnten 10 Pat*innen am Workshop „Didaktische Grundprinzipien“ teilnehmen. Da die Nachhilfe das Kernelement unserer Patenschaften darstellt, sind Weiterbildungen zum Thema Didaktik bei unseren Pat*innen sehr gefragt. Umsomehr freuen wir uns mit Spreaducation einen tollen längerfristigen Kooperationspartner für Workshops in diesem Bereich gefunden zu haben. Spreaducation ist ein Berliner Anbieter für 1:1-Nachhilfe und verfolgt ebenso wie Schülerpaten Berlin einen beziehungsbasierten pädagogischen Ansatz. 

Im Workshop haben wir uns vor allem mit einem gelungen Start in die Nachhilfe beschäftigt. Sowohl für Spreaducation als auch für Schülerpaten Berlin ist wichtig, dass die Beziehung zu den Schüler*innen auf Augenhöhe ist. Nachhilfe sollte Wünsche, Bedürfnisse und Interessen des Gegenübers berücksichtigen. Das führt nicht nur zu einer für die Schüler*innen passenderen Nachhilfe, sondern erhöht auch die Motivation der Kinder für die Nachhilfe. Um dieses Ansatz zu verwirklichen, wurden im Workshop Wege erprobt, wie man sich mit dem Patenkind zunächst über seine Lernmotivation und seine eigenen ganz persönlichen Lernziele austauschen kann.

Nach der Mittagspause mit leckerem syrischen Essen von refueat ging es im zweiten Teil des Workshops um die Lernstandserhebung des Patenkindes. Anhand von Fallbeispielen aus Mathematik und Deutsch übten die Teilnehmenden Schwächen und Stärken von Schüler*innen zu erkennen und gezielte Unterstützungsmaßnahmen und mögliche Übungen festzulegen. Die Lernstandserhebung bildet den Ausgangspunkt für einen Lernplan an dessen Ende das Erreichen der zu Beginn festgelegten Lernziele steht. 

Auch wenn die vier Stunden bei weitem nicht ausreichten, um einen umfassenden Einblick in die vielfältigen Möglichkeiten der Didaktik zu erhalten, konnten die Teilnehmenden doch mit vielen konkreten Anregungen nach Hause gehen! Wir freuen uns schon auf den nächsten Workshop mit Spreaducation!

Mitgliederversammlung 2020

Anfang Juli fand mit Corona-bedingter Verspätung unsere jährliche Mitgliederversammlung (MV) statt! Die MV ist das zentrale willensbildende Organ unseres Vereins. Einmal im Jahr berichtet der Vorstand der MV über das vergangene Jahr, damit diese entscheiden kann, ob Vereins- und Kassenführung satzungskonform waren. Ist dies in den Augen der MV der Fall, wird der Vorstand entlastet. Das bedeutet, dass die Vorstandsmitglieder von Bereicherungs- und Schadensersatzforderungen freigesprochen werden. Die MV wählt außerdem den Vorstand und entscheidet über wichtige Änderungen im Verein! Dieses Jahr fand die MV erstmals digital statt, um zu gewährleisten, dass all unsere 72 Mitglieder bedenkenlos teilnehmen konnten. 

Eine wichtige Entscheidung auf der diesjährigen MV war die Einführung eines Mitgliedsbeitrags für unsere Fördermitglieder. Mit dieser Änderung werden wir unserer Satzung gerecht, die sowohl von aktiven als auch von Fördermitgliedern eine regelmäßige Unterstützung des Vereins fordert, entweder in ideeller oder in monetärer Form. Die aktiven Mitglieder bestehen bei Schülerpaten Berlin aus aktuellen Team-Mitgliedern; sie unterstützen den Verein alle ideell. Fördermitglied kann hingegen jeder werden, der sich dem Verein verbunden fühlt und seine Ziele unterstützen möchte. Mit dem Mitgliedsbeitrag wollen wir die Möglichkeit einer monetären Unterstützung für unsere Fördermitglieder vereinfachen. 

Die MV brachte wie jedes Jahr auch Wechsel im Vorstand! Unsere stellvertretende Vorstandsvorsitzende Kira verlässt uns, um sich mit ganzer Kraft der letzten Phase ihres Studiums widmen zu können. Zum Glück konnten wir mit Victoria aus dem Ressort Betreuung & Weiterbildung eine würdige Nachfolgerin finden! Im Ressort Betreuung & Weiterbildung gibt es zudem auch einen Wechsel an der Spitze: Jakob hat die Leitung an Caro abgegeben, bleibt uns aber zum Glück weiterhin als Team-Mitglied erhalten! Unsere Fundraising-Koryphäe Anja ist nach vier Jahren ebenfalls von ihrem Posten als Ressortleitung zurückgetreten, unterstützt das Ressort aber noch weiterhin – zumindest bis eine längerfristige Nachfolge gefunden ist! An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön an unsere scheidenden Vorstandsmitglieder für ihren großartigen Einsatz während ihrer Amtszeit! Ihr habt Schülerpaten Berlin nachhaltig geprägt! Dem verbleibenden alten sowie den neuen Vorstandsmitgliedern wünschen wir gutes Gelingen für das neue Vereinsjahr!

Evaluation des Patenschaftsprojekts 2019

Schülerpaten Berlin überprüft regelmäßig die Wirkung des Projekts und die Zufriedenheit der  teilnenhemenden Pat*innen und Patenkinder durch anonyme Umfragen. 2019 haben wir diese Befragung komplett überarbeitet und können uns über deutliche gestiegene  Teilnehmerzahlen freuen: 46 Pat*innen und 15 Patenkinder schlossen unserer Befragung ab. Wir sind sehr dankbar, dass so viele Teilnehmende sich die Zeit genommen haben, uns wertvolles Feedback zu geben!

Die Rückmeldungen zu unserer Arbeit fielen sehr positiv aus. 100 % der Patenkinder sind zufrieden mit uns (80 % sogar sehr) und würden uns weiterempfehlen. Bei den Pat*innen sind 97,8 % zufrieden mit uns (67,4 % sogar sehr) und würden uns weiterempfehlen. Besonders gelobt wurde die gute Erreichbarkeit unseres Teams bei Fragen und Problemen.

Die Umfrage zeigt außerdem, dass Schülerpaten Berlin wirkt! Das wichtigste Ziel von Schülerpaten Berlin ist die Stärkung von Schüler*innen mit Migrationshintergrund. Die letzte PISA-Studie hat die anhaltende Benachteiligung dieser Gruppe noch einmal deutlich gemacht: Der Leistungsunterschied zwischen Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund entspricht etwa dem Lernertrag von zwei Schuljahren. Deswegen ist es ein besonders großer Erfolg von Schülerpaten Berlin, dass 100 % der befragten Patenkinder angaben, dass sich ihre Noten durch die Patenschaft verbessert haben. Die befragten Pat*innen sahen dies mit 76,8 % zwar etwas kritischer, aber auch diese Zahlen stellen einen großen Erfolg da. 100 % der Kinder gaben zudem an, dass ihnen das Besprechen der Lerninhalte in der Patenschaft hilft, im Unterricht besser mitzukommen.

Die Patenschaften sollen auch das Selbstvertrauen der Kinder stärken sowie ihr Handlungs- und Erfahrungsrepertoir erweitern. Auch dieses Ziel konnte in vielen Patenschaften erreicht werden. 78,6 % der Kinder gaben an, dass sie sich seit Beginn der Patenschaft mehr zutrauen, was die Pat*innen in ihren Angaben mit 71 % bestätigten. 64,3 % der Patenkinder berichteten zudem, dass sie durch die gemeinsamen Aktivitäten mit ihren Pat*innen ein neues Hobby entdeckt haben.

Schülerpaten Berlin möchte nicht nur die Bildungschancen benachteiligter Kinder verbessern, sondern auch Brücken bauen. In einer sich immer weiter polarisierenden Gesellschaft kommen Menschen unterschiedlicher soziokultureller Herkunft immer seltener zusammen. Schülerpaten schafft Gelegenheiten für solche Begegnungen. 60,9 % unserer Pat*innen haben durch Schülerpaten Berlin das erste Mal engeren Kontakt zu Menschen aus dem arabischen Kulturraum gehabt. 54,4 % hatten durch uns außerdem das erste Mal engeren Kontakt zu Menschen, die Sozialhilfe beziehen. Diese Begegnungen erhöhen das Verständnis füreinander! 78,3 % der Pat*innen gaben an, dass sie durch die Teilnahme bei Schülerpaten Berlin ihr Verständnis für Menschen anderer kultureller Herkunft ausbauen konnten. 67,4 % Pat*innen nahmen zudem eine positive Veränderung in ihrem Verständnis gegenüber Menschen, die Sozialhilfe beziehen, wahr. Die Patenschaften tragen somit auch zu einer Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts bei. 91,3 % der Pat*innen haben durch Schülerpaten gemerkt, wie wichtig es ist, dass wir uns in unserer Gesellschaft füreinander einsetzen.

Natürlich geht die Wirkung der Patenschaften noch weiter über die von uns erfassten Punkte hinaus. Manche Pat*innen berichten davon, dass sich durch die Patenschaften bei den Schüler*innen Berufswünsche entwickelten und andere schreiben, dass sie die Eltern des Patenkindes zur Teilnahme an Wahlen animieren konnten. Jede unserer Patenschaften ist einzigartig und ihre Wirkung richtet sich nach den Bedürfnissen der Teilnehmenden. Eine einzelne Patenschaft tangiert zwar jeweils nur wenige Menschen, aber in Anbetracht der 800 von Schülerpaten Berlin im letzten Jahrzehnt vermittelten Patenschaften ist das doch schon eine ganze Menge!

Robotics Workshop

In unserer Herbst-Tandemveranstaltung ging es um digitale Bildung: Beim Workshop „Roboter bauen & programmieren“ am 26. Oktober 2019 in der HABA Digitalwerkstatt konnten acht Tandems drei Stunden lang die Welt der Roboter spielerisch kennenlernen und hatten dabei sichtlich viel Spaß.

In dem Kurs wurden den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zunächst die Arten und Einsatzgebiete von Roboter(systemen) vermittelt. Die sind schon heute so vielfältig, dass man auch als Erwachsene*r ins Staunen gerät.

Außerdem wurde vorab sehr anschaulich dargestellt, wie präzise man bei der Programmierung – also dem Erteilen von Befehlen an den Roboter – vorgehen muss, damit dieser auch macht, was man möchte, sich nicht im Kreis dreht oder „über’s Ziel hinausschießt“.

Dann ging es ans Zusammenbauen: Die Roboter waren in ihre Einzelteile zerlegt und mussten von den Teams richtig zusammengesetzt und verkabelt werden, damit die Befehle später auch an den richtigen Stellen ankommen konnten. Natürlich durfte auch individuelle Dekoration nicht fehlen, damit jedes Team seinen Roboter erkennt, wenn er durch den Raum flitzt.

Und richtig spannend wurde es dann, als das Programmieren losging. Welchen Befehl muss man wie erteilen, damit der Roboter losfährt, wenn man auf dem Computer die Leertaste drückt und damit er mit einem Klick auf eine andere Taste wieder anhält? Gar nicht so einfach! Aber die Kinder bekamen es in den meisten Fällen schneller raus als ihre erwachsene Begleitung…

Die drei Stunden vergingen wie im Flug und ehe man sich versah, war der Workshop schon vorbei. Nach einer kurzen Evaluationsrunde war klar, dass einige der Kinder sich gerne mehr mit dem Thema befassen möchten. Vielleicht haben sie da ja ein neues Talent an sich entdeckt?